Längere Trockenphasen und anhaltend hohe Temperaturen gehören mittlerweile vielerorts zum Sommeralltag. Für Golfanlagen bedeutet das, die Pflegestrategie flexibel an die Witterung anzupassen, um den Rasenbestand zu schützen und gleichzeitig eine möglichst hohe Spielqualität zu gewährleisten.
Ein bewährter Ansatz besteht darin, die Schnitthöhen moderat anzuheben und die Mähintervalle zu verlängern. Dadurch wird die Pflanze entlastet und kann ihre vorhandenen Ressourcen effizienter nutzen. Auf den Grüns lässt sich die gewünschte Ballrollgeschwindigkeit in dieser Zeit durch regelmäßiges Bügeln aufrechterhalten, ohne die Gräser zusätzlich zu belasten.
Auch die Nährstoffversorgung sollte den Bedingungen angepasst werden. Blattdüngungen haben sich, während Hitze- und Trockenperioden bewährt, da sie die Pflanzen gezielt versorgen, ohne das Wurzelsystem zusätzlich zu beanspruchen. So können die Gräser ihre Energie verstärkt in lebenswichtige Stoffwechselprozesse und die Temperaturregulation investieren.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Bewässerung. Je nach Standort und Bodenverhältnissen kann es sinnvoll sein, die Beregnungszeiten – insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden – anzupassen, um Verdunstungsverluste zu minimieren und die verfügbare Wassermenge möglichst effizient einzusetzen.
Jede Golfanlage verfügt über unterschiedliche Standortbedingungen, Bodenaufbauten und Wasserressourcen. Daher gibt es keinen allgemeingültigen Maßnahmenkatalog. Entscheidend ist vielmehr, die Pflegestrategie kontinuierlich an die aktuellen Witterungsverhältnisse anzupassen und frühzeitig zu handeln. Ziel bleibt es, die Vitalität der Rasenflächen langfristig zu erhalten und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch so nachhaltig wie möglich zu gestalten.
Trocken- und Hitzeperioden werden Greenkeeper auch in Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Mit einer angepassten Pflege, einer effizienten Wassernutzung und einem fundierten Fachwissen lassen sich jedoch auch unter schwierigen Bedingungen stabile und leistungsfähige Spielflächen erhalten.
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Christian Steinhauser