FEGGA Conference 2026 in Faro – Austausch über Ländergrenzen hinweg

Vom 10. bis 13. März 2026 fand in Faro (Portugal) die diesjährige FEGGA Conference statt. Zusammen mit Frank Schäfer durfte ich dort den Greenkeeper Verband Deutschland e.V. vertreten. Für uns beide ist diese Konferenz jedes Jahr wieder ein besonderer Termin im Kalender – nicht nur wegen der fachlichen Themen, sondern vor allem wegen des internationalen Austauschs.

Schon beim Ankommen merkt man sofort, wie international unsere Branche inzwischen aufgestellt ist. Vertreter aus fast allen europäischen Ländern waren vor Ort, dazu Kolleginnen und Kollegen aus Nordamerika, unter anderem von der GCSAA sowie aus Kanada.

FEGGA Conference 2026 – Austausch über Grenzen hinweg

Auch in diesem Jahr war die FEGGA Conference wieder eine sehr gute Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa zu treffen und sich über aktuelle Entwicklungen im Greenkeeping und im Golfsport auszutauschen. Gemeinsam mit Vertretern verschiedener nationaler Greenkeeper-Verbände, Partnern und Organisationen wurde über viele Themen gesprochen, die die Branche aktuell beschäftigen.

In den Sessions, aber auch in den vielen Gesprächen dazwischen, wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die Situationen in den einzelnen Ländern teilweise sind – und gleichzeitig, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt. Einige Länder arbeiten bereits unter sehr strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen, während andere sich erst intensiver mit Themen wie Pflanzenschutz, Wasserverfügbarkeit oder steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen beschäftigen.

Sehr interessant waren in diesem Zusammenhang auch die Einblicke aus Frankreich. Dort zeigen sich bereits deutlich die Auswirkungen politischer Vorgaben auf das Ressourcenmanagement auf Golfanlagen. Bestimmte Einsparmaßnahmen werden zunehmend durch regulatorische Rahmenbedingungen vorangetrieben.

Das zeigt auch, dass freiwillige Maßnahmen manchmal an ihre Grenzen stoßen. In einigen Bereichen braucht es offenbar tatsächlich politische Leitplanken, um Veränderungen konsequent umzusetzen.
Genau solche unterschiedlichen Erfahrungen aus den einzelnen Ländern machen den Austausch innerhalb der FEGGA so wertvoll.

Und ehrlich gesagt gehört für uns auch immer das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern dazu. Mit einigen arbeitet man seit Jahren im europäischen Austausch zusammen, andere trifft man tatsächlich nur einmal im Jahr bei der FEGGA Conference. Genau diese Mischung aus fachlichem Austausch und persönlichem Wiedersehen macht für uns den besonderen Charakter dieser Veranstaltung aus.

Sehr wertvoll sind auch die Gespräche mit den FEGGA-Partnern, von denen viele gleichzeitig Partner des Greenkeeper Verband Deutschland sind. Abseits des offiziellen Programms bleibt Zeit für einen ruhigeren Austausch, neue Gedanken und gemeinsame Ideen – Gespräche, die für beide Seiten immer wieder wichtig sind.

Am Ende wird jedes Jahr aufs Neue deutlich: Viele Herausforderungen sind in ganz Europa erstaunlich ähnlich – egal ob in Deutschland, Skandinavien, Großbritannien oder Südeuropa. Genau deshalb ist dieser Austausch so wichtig.

Neuigkeiten aus Verbänden und Forschung

Auch aus den verschiedenen Verbänden gab es interessante Einblicke. Die BIGGA berichtete über ihr neues Education Program, das mit einem „Kick-Start-Programm“ startet und in verschiedenen Levels und ins Professional Leadership Programme übergeht. (www.bigga.org.uk). Die GCSAA gab außerdem bereits den Termin für den nächsten „ThankAGreenkeeper“ Day bekannt, der am 8. September 2026 stattfinden wird.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Datenerhebung als Grundlage für eine konsistente und nachvollziehbare Pflege. In mehreren Beiträgen wurde deutlich, wie wichtig belastbare Daten sind, um Entwicklungen nachvollziehen zu können, Maßnahmen zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig wurde betont, dass neben Daten auch die Kommunikation eine zentrale Rolle spielt. Petra Himmel machte sehr deutlich, dass Kommunikation weit mehr bedeutet, als nur miteinander zu sprechen. Kommunikation heißt auch, Informationen verständlich weiterzugeben, verstanden zu werden und selbst zu verstehen. Nur so können wir die vielen positiven Aspekte von Golf und Golfplatzpflege auch nach außen besser vermitteln und Missverständnisse oder Vorbehalte gegenüber dem Golfsport auflösen.

Maria Strandberg berichtete über Versuche und Projekte im Zusammenhang mit STERF und unterstrich, wie wichtig Turfgrass Research ist, auch in weiteren europäischen Regionen.

Auch die EGA setzt künftig verstärkt auf Datensammlung. Denn ohne Daten gibt es keine Vergleichsmöglichkeiten und damit auch keine belastbare Grundlage für Entwicklungen und Entscheidungen.

In diesem Zusammenhang wurde auch ein Water Stewardship Workshop angesprochen, der sich mit Fragen rund um den Umgang mit Wasser im Golfsport beschäftigt. Außerdem ist eine Wissens- und Innovationsplattform für nachhaltiges Golf geplant. Ziel ist es, Informationen, Projekte und neue Entwicklungen rund um nachhaltiges Golfmanagement künftig besser zu bündeln und europaweit zugänglich zu machen.

In einem Workshop während der FEGGA Conference wurde zudem das Projekt „Game Changer“ von Jacob Thomsen vorgestellt – ein Spin-off aus dem The R&A-Programm GC2030. Der Ansatz zeigt, wie Nachhaltigkeit auf Golfanlagen praxisnah vermittelt werden kann und unterstützt Manager dabei, ihren aktuellen Stand zu analysieren und konkrete Entwicklungsschritte abzuleiten.
(Mehr Informationen zum GC2030-Projekt: www.randa.org/da-DK/golf-course-2030-projects-resources)

 

Das FEGGA Scholarship – eine große Chance für junge Greenkeeper

Sehr spannend war auch der Beitrag von Elin Foyle, die am FEGGA Greenkeeping Scholarship teilgenommen hat.
Das Scholarship-Programm findet im Kristianstad Golf Club in Schweden statt und ist dort seit einigen Jahren sehr erfolgreich etabliert. Ziel des Programms ist es, jungen Greenkeepern die Möglichkeit zu geben, alle Aspekte des Berufs kennenzulernen und internationale Erfahrungen zu sammeln – eine Chance, die die eigene Karriere enorm voranbringen kann.
Wie Bevan Tattershall, der das Programm in Schweden aufgebaut hat, immer wieder sagt: „Wenn jemand die richtige Motivation und den richtigen Spirit mitbringt, hat er eine gute Chance, Teil des Scholarship-Programms zu werden.“
Aus diesem Programm sind inzwischen viele Greenkeeper hervorgegangen, die heute sehr erfolgreich in der Branche arbeiten.

Elin selbst ist 24 Jahre alt und arbeitet heute als Assistant Head Greenkeeper im GC Chieming. Sie hat sehr authentisch über ihre Erfahrungen berichtet und darüber, wie sehr sie das Scholarship fachlich und persönlich weitergebracht hat.

Ganz ehrlich: Ich frage mich manchmal, warum so wenige junge Greenkeeper aus Deutschland diese Möglichkeit nutzen. Gerade der internationale Austausch kann unglaublich wertvoll sein – fachlich, aber auch persönlich.(Anmerkung: Informationen hierzu gibt es auf unserer Homepage www.greenkeeperverband.de unter „Aktuelles“.)

Internationaler Austausch wird immer wichtiger

Für uns waren die Tage in Faro wieder sehr inspirierend – mit vielen interessanten Gesprächen, neuen Kontakten und dem Wiedersehen vieler Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa.

 

 

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