Rasenforschung trifft Greenkeeping-Praxis: Die Field Days Osnabrück 2026 als neues Format

Rasenforschung trifft Greenkeeping-Praxis:

Die Field Days Osnabrück 2026 als neues Format

Quelle: KORA
Bearbeitung: Dr. Klaus Müller-Beck, Ehrenmitglied Greenkeeper Verband Deutschland e.V, 23. August 2026

Forschungsergebnisse unmittelbar erleben, diskutieren und auf ihre Praxistauglichkeit prüfen, die Field Days Osnabrück 2026 boten diese Möglichkeit mit einem direkten Austausch zwischen Wissenschaft und professioneller Rasenpflege.

In der Hochschule Osnabrück sowie auf dem Gelände des Rasenkompetenzzentrums KORA trafen sich am 18. und 19. August 2026 die GVD-Greenkeeper aus der Region Nord und NRW sowie Fachleute aus der nationalen und internationalen Rasenszene mit Rasenforschenden der Hochschule Osnabrück.  Die Kooperation mit Fachverbänden wie GVD und STERF sowie Forschungseinrichtungen wie KORA und NIBIO bildeten eine neue Plattform zum Abgleich innovativer Lösungen für die zukünftige Rasenpflege.

Der GVD unterstützt die Forschungsaktivitäten am KORA finanziell und durch die Kooperation bei der praktischen Umsetzung von Rasenversuchen auf Golfplätzen.

Bei seinem Grußwort zur Eröffnung unterstrich der GVD-Präsident, Christian Steinhauser, die Bedeutung dieser Einrichtung mit dem Statement: „Ich finde es wichtig, dass wir ein Kompetenz Zentrum Rasen KORA in Osnabrück haben.“


Abb.1: Teilnehmer der ersten Field Days Osnabrück 2026 auf der Tribüne des VFL Osnabrück
(Foto: KORA).

Bei über 90 Teilnehmern hätten sich die Veranstalter gerne noch mehr Greenkeeper bei diesem Meeting gewünscht, das Themenangebot und die Organisation hätten es verdient.
Wer nicht an der Tagung teilgenommen hat , verpasste eine hervorragende Möglichkeit zum Update bei der professionellen Rasenpflege auf höchstem Niveau.


Ideenaustausch direkt am Objekt
Der erste Tag war vollkommen der Exkursion mit den Präsentationen auf den Freiflächen beim Osnabrücker Golfclub e.V., im Stadion des VFL Osnabrück Bremer Brücke und der kompletten KORA-Rasenversuchsfläche in Wallenhorst gewidmet.

1. Station: Osnabrücker-Golfclub e.V.


Abb.2: GVD-Präsident Christian Steinhauser (re.) und Ehrenpräsident Gert Schulte-Bunert bei der Besichtigung des Putting-Grüns am Osnabrücker-Golfclub e.V.
Der Vormittagsregen konnte die Fröhlichkeit und gute Stimmung nicht trüben. (Foto Thomas Fischer)


Abb. 3: Daniel Hunt (vorne), stellte die Versuchsfläche zur Prüfung der Wirkung von UV C-Belichtung zur Unterdrückung von Krankheitserregern auf der Anlage des GC Osnabrück-Jeggen vor. (Foto: K.G. Müller-Beck)

In dem neuen Dollar-Spot-Projekt von 2026 bis 2028, „Integrating alternative strategies to improve the sustainable management of dollar spot“, übernimmt die Hochschule Osnabrück die Untersuchungen zur Wirkung der  Kombination von  UV C-Belichtung + den Einsatz von biologischen Produkten. Die technische Ausstattung der Belichtungseinheit wurde von der Firma Rhenac zur Verfügung gestellt. Die ersten Versuchsreihen mit einem SGL-Gerät hatten gezeigt, dass UV C-Behandlung von Rasenflächen grundsätzlich funktionieren kann.

2. Station: Stadion an der Bremer Brücke, VFL Osnabrück


Abb.4: Blick auf die Rasenfläche des VFL-Stadions an der Bremer Brücke. Vorne Erläuterung durch Marius Schulze von der Pflegefirma Sommerfeld. (Foto: K.G. Müller-Beck)

Aktueller Zustand des Rasens
Der Rasen ist aktuell grundsätzlich bespielbar und zweitligatauglich, aber offenbar nicht als dauerhaft optimaler Hochleistungsrasen einzustufen, da die Wasserdurchlässigkeit und die Narbenzusammensetzung nicht optimal sind, wie Marius Schulze, von der Pflegefirma Sommerfeld, berichtete.

Aus der Historie und den gezeigten Bodenbildern des Platzes ging hervor, dass Verdichtungen in Verbindung mit organischer Substanz und Bodenfeuchte zu Black-Layer-Bildung geführt haben. Eine geeignete Aufbereitung des Bodens und die Verlegung einer Wiesenrispen-dominaten Dicksode sind für die Länderspielpause vorgesehen.

Unter den derzeitigen Bedingungen sind zusätzliche Belastungen des Rasens durch Trainingseinheiten der 1. Mannschaft eher kontraproduktiv bezüglich der angestrebten Platzqualität. Dies gilt besonders im Hinblick auf das Ranking im Rahmen des regelmäßigen DFL-Qualitätsmanagements.

3. Station: KORA-Versuchsfläche Wallenhorst

Abb.5: Erläuterungen zum Versuch „NNuRKlima“ mit Blick auf unterschiedliche Mischungen zur Nutzung beim Klimawandel. (Foto: K.G. Müller-Beck)

  • In dem Projekt „NNuRKlima – Nachhaltige Nutzung urbaner Rasenflächen im Klimawandel“, zeigte Daniel Hunt seine Versuchsanlage mit einer Variante von „Bermudagrass“. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Vor- und Nachteile von städtischen Rasenflächen zu analysieren und zu bewerten, um daraus nachhaltige Pflegemanagementansätze für urbane Rasenflächen zu entwickeln. Dabei sollen unter Berücksichtigung des Klimawandels soziale und ökologische Qualitäten vereint werden.

 


Abb.6 : Parzellen zur Fragestellung des „Fair-Water WP3-Versuchs“ auf der KORA-Versuchsanlage. (Foto: K.G. Müller-Beck)

  • Mit der Versuchsanstellung des Projektes „FAIR-WATER“ soll die Frage geklärt werden, ob der Einsatz von Wetting Agents in Kombination mit trockenheitstoleranten Saatgutmischungen die Performance von Golf-Spielbahnen (Fairways) auf sandigen Standorten verbessern können. Die Bedingungen und Auswirkungen wurden in diesem Sommer besonders augenfällig. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein.


Abb.7: Vorstellung der Versuchsanlage zum Projekt „H2Mow“ durch Maximilian Karle (Mitte).
(Foto: K.G. Müller-Beck)

  • Das Ziel dieser aufwendigen Versuchsreihe „ReMoCut – REEL MOWER CUTTING QUALITY“ liegt in der Entwicklung einer verbesserten Schnitttechnik im Vergleich zu den herkömmlichen Spindel- und Sichelmähwerken, um das Schnittbild zu optimieren und die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren. In der Variante „H2Mow“ werden unterschiedliche Messerklingen (scharf, mäßig, stumpf) beim Einsatz eines Mähroboters geprüft und durch eine hochempfindliche Mess-Methode ausgewertet.

 

Der erste Tag wurde mit einem gemütlichen Abend zum weiteren informellen Networking abgeschlossen.


Abb.8: Begrüßung der Teilnehmer bei der Abendveranstaltung der Field Days Osnabrück durch die Veranstalter und Partner. Von links: Prof. Martin Thime-Hack (KORA / ILOS), Frank Schäfer (GVD-Nord), Christina Seufert (GVD-Geschäftsstelle), Christian Steinhauser (GVD-Präsident). Foto: Thomas Fischer.

Vorträge und Diskussion
Am zweiten Tag standen im Hörsaal des HR-Gebäudes die Vorträge und eine ausgiebige Diskussion im Fokus und im Interesse der Teilnehmer.

Eine Übersicht der behandelten Themen ist hier aufgeführt. Eine ausführliche Berichterstattung erfolgt in der Zeitschrift „Rasen / Greenkeepers Journal“, Ausgabe 3-2026.

  • Rasenschnittqualität – Auswirkungen auf Pflanze und Ressourcenverbrauch.
  • Künstliche Intelligenz in der Rasenforschung – KI als besserer Experte?
  • Mähroboter im Praxiseinsatz – Erfahrungsberichte aus der Praxis.

 

Das Programm finden Sie unter folgendem Download:
https://www.hs-osnabrueck.de/fileadmin/HSOS/Homepages/Kompetenzzentrum-Rasen/pdf/Field-Day_Einladung.pdf

Die Forschungsthemen zeugen von einer innovativen und für die Gesellschaft relevanten Ausrichtung. So standen der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf den Rasen insbesondere beim Ressourcenverbrauch ebenso im Fokus, wie die Bedeutung der Sensortechnik zur Erfassung von Daten im Hinblick auf KI-gestützte Pflegemodelle.

Fazit

Die Field Days Osnabrück 2026 zeigen beispielhaft, wie moderner Wissenstransfer funktionieren kann: Forschung wird erlebbar, Praxis wird zum Impulsgeber und internationale Netzwerke werden zu einem Motor für Innovation.

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